Karl Hermann Trinkaus. Bauhaus - Der neue Mensch

24.11.201916.02.2020

Museum der bildenden Künste, Leipzig

Bis zu seiner Wiederentdeckung im New Yorker Museum of Modern Art im Jahr 2009 war der gebürtige Leipziger Karl Hermann Trinkaus (1904 – 1965) in der Kunstgeschichte nahezu unsichtbar gewesen. Das diesjährige Bauhaus-Jubiläum zum Anlass präsentiert das Museum der bildenden Künste in Leipzig nun die beeindruckenden Arbeiten des Bauhaus-Künstlers. 1927 und 1928 studierte der Diplomingenieur und gelernte Elektriker an der Bauhaus-Schule in Dessau; unter anderem bei Wassily Kandinsky, Josef Albers und Paul Klee. Ein Empfehlungsbrief von Kandinsky bescheinigt Trinkaus „schätzenswerte künstlerische Arbeiten“, die einer „reichen Phantasie“ entsprängen, „die eine geeignete, ausdrucksvolle Form findet.“ Sein Schaffen umfasst Übungen zur Farbenlehre und Perspektivstudien, Landschaftsaquarelle, Architekturstudien und sozialkritische Collagen. Das Spektrum seiner Arbeiten, Sujets und Medien erklärt sich aus der steten Suche nach neuen Möglichkeiten künstlerischen Arbeitens sowie aus der ,epigonalen‘ Auseinandersetzung, in die sich der Autodidakt mit allen seinen erreichbaren Vorbildern stürzte. Besonders die Collagen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre zeugen von Trinkaus‘ großen handwerklichen Fähigkeiten und ungemeiner künstlerischer Energie. Anhand ausgewählter Werke vollzieht die Leipziger Ausstellung den künstlerischen Werdegang von Trinkaus nach und hebt besonders den Einfluss hervor, den das Bauhaus für einige Jahre auf den Künstler ausübte.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein von der Ernst von Siemens Kunststiftung geförderter Ausstellungskatalog mit Werkverzeichnis, welcher erstmals die bislang lückenhafte Biografie sowie das künstlerische Schaffen umfänglich aufarbeitet, dargestellt und eingeordnet.

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