KUNST AUF LAGER läuft aus

Die Initiative KUNST AUF LAGER endet nach fünfjähriger Zusammenarbeit von 13 kulturfördernden Stiftungen. Die Ernst von Siemens Kunststiftung war Teil dieses Bündnisses zur Erschließung und Sicherung von Museumdepots und hat aktiv die Restaurierung und Konservierung von bedeutenden Kunstwerken sowie die Erschließung durch Bestandskataloge gefördert.

Das Ziel des Bündnisses KUNST AUF LAGER war es seit dessen Gründung im Februar 2014 sich der gelagerten Sammlungsbestände und der Depots von Museen anzunehmen. Gleichzeitig sollten Fachleute sowie eine breite Öffentlichkeit auf die Chancen, die sich bei der Restaurierung und Erforschung von Depotbeständen bieten, angesprochen werden.

Erfolgreich haben die Stiftungen in fünf Jahren gemeinsamer Arbeit über 26 Mio. Euro in 292 Fördervorhaben vergeben. Zusätzlich vergab das Bundesministerium für Bildung und Forschung 30,4 Mio. Euro an langfristige Projekte.

Museen und Projekte, die in durch die Initiative KUNST AUF LAGER unterstützt wurden, betrafen folgende Bereiche:

- Die Erschließung & Erforschung von Beständen: Dazu zählen die wissenschaftliche Bearbeitung und Dokumentation von musealen Sammlungen und Depots, Digitalisierungsprojekte und die Erarbeitung von Bestandskatalogen.

- Die Konservierung & Restaurierung von ausgewählten Werken aus Magazinen aber auch die Förderung von raumklimatischen Analysen in den Depots oder präventive Konservierungsmaßnahmen wurde unterstützt.

- Die Verbesserung der Infrastruktur & Logistik: Dazu gehört auch die bauliche Modernisierung von Depots, die Anschaffung neuer Lagersysteme, die Erarbeitung effektiver Depotstrukturen oder die Optimierung von Logistik- und Energiekonzepten.

KUNST AUF LAGER und die teilnehmenden Partner haben den Kulturerhalt für die Zukunft gesichert. Die Ernst von Siemens Kunststiftung hat insgesamt 44 umfangreiche Restaurierungsprojekte gefördert und zum Druck oder zur Onlinestellung von über 40 Bestandskatalogen beigetragen.

Der bildkünstlerische Nachlass von John Heartfield im Archiv der Akademie der Künste in Berlin wurde beispielsweise mithilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung erschlossen und digitalisiert. Das zweijährige Projekt zur Erstellung eines Online-Katalogs mitsamt einer virtuellen Ausstellung hat Heartfields vielfältiges Werk besser für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Hermann Reemtsma Stiftung förderte die Restaurierung der Grafiken.

Die Ernst von Siemens Kunststiftung förderte die Restaurierung kriegszerstörter Renaissancekunst im Bode-Museum, Berlin. Im Rahmen von KUNST AUF LAGER wurden 59 Werke restauriert, die 1945 durch einen Brand im Feuerleitbunker des Flakbunkers Friedrichshain beschädigt oder teil-zerstörten wurden. Darunter zählen Meisterwerke wie Donatellos „Madonna mit vier Cherubim“ sowie Tullio Lomardos Schildträger.

Weitere prominente Beispiele sind die 32 Quadratmeter große Tappisserie von Pieter Coecke van Aelst von 1563 aus dem Depot des Bayrischen Nationalmuseums oder die große Mainzer Jupitersäule von 68 n. Chr. im Landesmuseum Mainz, die 1905 in über 2000 kleinteilige Stücke zerschlagen gefunden wurde und durch neuste Restaurierungstechnik wieder zusammengesetzt wurde.


Weiterführung der Ziele von KUNST AUF LAGER durch die Ernst von Siemens Kunststiftung

Nach fünf Jahren läuft KUNST AUF LAGER Ende 2018 aus. Das Thema bleibt allerdings akut. Kulturpolitik, Träger und Museen, zu deren Pflichtaufgaben der Erhalt der ihnen anvertrauten Schätze gehört, sollen sich nicht an die umfangreichen und regelmäßigen Drittmittel für ihre Depots „gewöhnen“. Die für begrenzte Zeit agierende Initiative KUNST AUF LAGER wollte die Träger motivieren, mehr verlässliche Mittel für den Bestandserhalt und die Erschließung in Museen bereitzustellen. Dann werden die beteiligten Förderer auch weiterhin Partner sein, aber zukünftig nur beim Einsatz von Eigenmitteln der Einrichtungen, im Austausch mit kompetenten, festangestellten Restauratoren und in Depots, die dem heutigen Standard entsprechen. Dazu haben die Förderer– auch ohne gemeinsame Dachmarke – geeignete Programme aufgelegt. Diese sind auf der Homepage von KUNST AUF LAGER und in der Abschlusspublikation zusammengestellt.

Die Ernst von Siemens Kunststiftung wird auch in Zukunft in öffentlichen Museen und Sammlungen weiterhin Restaurierungsprojekte für überregional relevante Kunstwerke fördern, dabei aber zusätzliche Eigenmittel der Träger fordern. Weiterhin werden Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen für lange aufgeschobene, komplizierte Projekte und im Zusammenhang mit der Erarbeitung von ebenfalls geförderten Bestandskatalogen unterstützt. Publikationen, denkmalpflegerische Maßnahmen, Baumaßnahmen und Digitalisierungen sind wie bisher nicht förderfähig.

mehr Informationen: https://www.kunst-auf-lager.de/