Ein bunter Knabenkopf von Gabriele Münter für das Museum Ludwig

Museum Ludwig, Köln

Mit dem Ankauf des Gemäldes Knabenkopf der Malerin Gabriele Münter ist es dem Museum Ludwig, Köln, nun gelungen, eine große Lücke innerhalb seiner expressionistischen Sammlung zu schließen. Lange stand die Malerin Gabriele Münter im Schatten der männlichen Mitglieder der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter", nämlich von Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke und Alexej von Jawlensky, die allesamt in der Josef-Haubrich-Sammlung des Kölner Museums vertreten sind. Nur von Münter, die ebenfalls Mitglied der expressionistischen Künstlerguppe war, fehlte bisher noch ein Werk.

Münter kam eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des „Blauen Reiters" zu, deren Gründung in ihrem Haus in Murnau stattfand. Das sogennante „Münter-Haus" war Treffpunkt der Avantgarde und Refugium der Künstler: Franz Marc, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, August Macke und Arnold Schönberg kamen regelmäßig zu Besuch. Auch der Almanach „Der Blaue Reiter" entstand hier.

Mit dem Ankauf des kleinformatigen Gemäldes Knabenkopf, das aus dem Nachlass der Künstlerin stammt, ergänzt das Museum Ludwig seinen eigenen Bestand auf erfreuliche Weise und präsentiert das Werk sogleich feierlich der Öffentlichkeit in der Ausstellung „Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife". Es handelt sich bei dem Kunstwerk um ein 1908 entstandenes Jungenporträt. Wie zwischenzeitliche Recherchen des Münchener Stadtarchivs ergeben haben, ist das Modell offenbar der junge Willi Blab, ein Münchner Nachbarsjunge Münters.

Abbildung: Gabriele Münter, Knabenkopf (Willi Blab), 1908, Öl auf Pappe, 39,8 x 33,1 cm