„Ostsee“ restituiert und angekauft

Leopold-Hoesch-Museum, Düren

Nach zweijähriger Provenienzforschung bestätigte sich, dass das Gemälde „Ostsee“ von Karl Schmidt-Rottluff, welches sich seit den 1950er Jahren im Leopold-Hoesch-Museum befand, ein in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut ist. Daraufhin entschied das Leopold-Hoesch-Museum das Gemälde zunächst zu restituieren und dann rechtmäßig von den Erben des ursprünglichen Besitzers wiederzuerwerben.

„Ostsee“ war einst Eigentum des jüdischen Berliner Kaufmanns und Kunstsammlers Hugo Bernario und seiner Frau. Seine Familie gehörte zur Gruppe der Verfolgten des NS-Regimes und wurde gezwungen, die Werke ihrer umfangreichen Privatsammlung zu verkaufen.

Der folgende Besitzer war ein Fabrikant und Kunstsammler, der die Kunstwerke seiner Sammlung auch aus problematischen Quellen erwarb. Vermutlich kaufte er „Ostsee“ in Ferdinand Möllers Galerie, einem der Kunsthändler, der für die Verwertung von beschlagnahmten Werke zuständig war. Dem Leopold-Hoesch-Museum wurde das Gemälde im Jahr 1952 von der Lebensgefährtin des Sammlers verkauft.

Abbildung: Karl Schmidt-Rottluff, Ostsee (Schiffe am Strand), 1922, Öl auf Leinwand, 104,5 x 126 cm